Zusammenfassung der Mitgliederversammlung

In der Gaststätte Tierzuchtklause in der Altstadt fand die schon im Dezember angekündigte und von verschiedenen Mitgliedern gewünschte Mitgliederversammlung des EHC Bayreuth statt. Knapp 100 der über 600 Mitglieder folgten dieser Einladung.

Die erste Vorsitzende des EHC begrüßte die Mitglieder und Pressevertreter und eröffnete die Versammlung. Man hatte lange gezögert, an die Öffentlichkeit zu gehen, um dem Bayreuther Eishockey nicht noch mehr Schaden zuzufügen, aber nun sieht sich die Vorstandschaft doch den Mitgliedern gegenüber in der Bringschuld .

Die Vorstände stellten klar, dass man sich keinesfalls als Feind oder Widersacher der GmbH sehe, was durch die maßgebliche Mitwirkung an der Ausgliederung des Spielbetriebs belegt ist. Es wurde alles dafür getan, dass die DEL2 in Bayreuth Fortbestand hat. Auch die Notwendigkeit einer Spielbetriebs-GmbH stand nie in Frage.

Es gab einige Punkte im Kooperationsvertrag, denen man nicht uneingeschränkt zustimmen konnte, der aber im Sinne des Kooperationsgedankens doch unterschrieben wurde. Auch mit dem Wunsch und Ziel, dass dieser Vertrag danach mit Leben gefüllt werden sollte.

Der zweite Vorstand und Mitgesellschafter der GmbH Michael Schwellengreber berichtete von der Gesellschafterversammlung im November 2017, bei der der Geschäftsführer der Bayreuth Tigers Eishockey GmbH wörtlich sagte: „Es ist unser erklärtes Ziel, den Verein und die Vorstände platt zu machen“. Er berichtete weiterhin, dass über eine mögliche Kündigung des Kooperationsvertrags gesprochen wurde und auch ein neuer Stammverein in Betracht gezogen werde.

Herr Schwellengreber wurde vorher von diversen Versammlungen ausgeschlossen und seitdem auch zu weniger offiziellen Anlässen die GmbH betreffend nicht mehr geladen. Seine Konsequenz sei es, nun seine Anteile zum Verkauf frei zu geben. Was dem Wunsch der Geschäftsführung entsprechen dürfte, die ohnehin prüfe, ob man ihn aus der GmbH ausschließen könne.

Anschließend wurden einige Gerüchte  bereinigt. So wurde erklärt, dass man den Tigertunnel und auch das Maskottchen gerne auch kostenfrei zur Verfügung gestellt hätte. Allerdings wollten die Verantwortlichen eine vernünftige, schriftliche Vereinbarung treffen, um auch die Zuständigkeiten bei Schäden zu klären und auch noch Zugriff für eigene Zwecke zu ermöglichen. 

Noch einmal unterstrich Herr Schwellengreber, dass der Verein seine Hauptaufgabe in der Nachwuchsarbeit sehe. Er führte an, dass es auch nicht immer „rund“ laufe und sogar bei der glücklicherweise großen Schar an ehrenamtlichen Mithelfern zu Engpässen kommen kann. Früher hat man eben solche auch mit Spielern aus dem Profibereich überbrücken können. Leider sei dies nun nicht mehr möglich – U19 bzw. Bezirksligaspieler springen dafür jetzt ein.

Überhaupt erklärte Frau Colditz, dass die Seniorenmannschaft die Perspektive für die aus der U 19 scheidenden Spieler sei, was man am Kader durchaus sehen könne. Außerdem sei sie ein finanzielles Standbein des Vereins geworden. Auch wurde das Gerücht ausgeräumt, die Spieler würden Geld verdienen, was dann dem Nachwuchs fehlen würde. Frau Colditz bot den Mitgliedern an, jederzeit mit Termin Einsicht in die Buchhaltung zu nehmen. Zudem seien viele Unterstützer auf den Nachwuchs durch die positive Außendarstellung aufmerksam geworden. Leider werde man aber nun durch die Geschäftsführung der GmbH sogar aufgefordert, die Trikots der Senioren Bezirksligamannschaft mit den Aufdrucken der Sponsoren abzulegen und die erzielten Erlöse an die GmbH zu bezahlen. Hierfür hat man beim EHC kein Verständnis. Wollten doch die Sponsoren und Spender den Nachwuchs unterstützen und seien fast ausschließlich Gönner, die nicht in der GmbH engagiert seien. Das Aufbieten einer Perspektive für junge Spieler habe man sich zur Pflichtaufgabe gemacht und  eine  Konkurrenz zu einem DEL2-Club sei doch weit hergeholt.

Als nächstes stand die finanzielle Lage im Fokus. Laut einem Stadtratsbeschluss von 2006 steht dem Nachwuchs 30% der gesamten Stadionwerbung zu. Im Etat für die Saison waren daher ca. 20.000 € eingeplant, basierend auf den Aussagen der GmbH-Geschäftsführung, mehr als 60.000 € Einnahmen erzielt zu haben. Auf Nachfrage des Vereins im November wurden bei einigen noch ausstehenden Zahlungen der Anteil mit weniger als 10.000 € angegeben. Dies würde aber bedeuten, dass weniger als die Hälfte der Banden verkauft wären. Selbst diese Summe wurde dem Verein vorenthalten. Man führt eine Beteiligung des Vereins an der Sanierung des Vereins 2017 in Höhe von 15.000 € an, der die Vorstände damals im Sinne der Kooperation – auf drei Jahre mit jährlich 5.000 € - zugestimmt haben. Nun werde die Summe auf einmal gefordert und mit den bereits deutlich reduzierten Werbeanteilen sowie der Kooperationssumme aufgerechnet. Trotz vieler ungeplanter Einnahmeausfälle sei der EHC aber bislang allen laufenden Zahlungsverpflichtungen nachgekommen und kann das auch weiterhin.

Die bereits bei der letzten Mitgliederversammlung bekannte Forderung der Deutschen Rentenversicherung aus der Prüfung der Jahre 2013 – 2016 konnte durch Beibringung von Unterlagen durch die aktuellen Vorsitzenden um mehr als 30.000 € reduziert werden. Beim Abschlussgespräch mit den Prüfern konnten die Vorstände eine weitere Fristverlängerung erreichen, in denen noch weitere Unterlagen zur Forderungssenkung eingereicht werden können, um den Betrag weiter deutlich zu senken. Man würde  anschließend mit den betroffenen Krankenkassen Kontakt aufnehmen. Zudem stehe eine Lohnsteuernachzahlung, ebenfalls aus dem Zeitraum 2013 – 2016, sowie eine Umsatzsteuernachzahlung von 2016 noch aus. Die Vorsitzende zeigte sich zuversichtlich, dass es eine Lösung geben wird.

Nun erklärte die Vorsitzende noch, dass der Verein so viel Geld brauche, da in der DEL2 ein hauptamtlicher Nachwuchstrainer gefordert werde. Dieser sollte ursprünglich aus der Kooperationssumme bezahlt werden, was durch die nicht geflossenen Beträge sehr viel schwieriger sein dürfte.

Zum Schluss wies Frau Colditz noch einmal auf die Möglichkeiten hin, die eine gelebte Kooperation hätte, und appellierte an die Mitglieder, die Arbeit des Vereins weiterhin zu unterstützen. Danach war die Möglichkeit, Fragen an die beiden Vorsitzenden zu stellen. Dies wurde nur von einigen wenigen offen genutzt. Zu viel musste vermutlich erst noch verarbeitet werden.

 

- cc / msch -

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