Das kleine Derby zur inoffiziellen oberfränkischen Meisterschaft

Bereits am zweiten Wochenende der Abstiegsrunde kommt es zum Nachbarduell und damit zum ersten direkten Aufeinandertreffen im Kampf um die oberfränkische Meisterschaft. Der EV Pegnitz kommt am Freitagabend zum Gastspiel ins Bayreuther Kunsteisstadion. 

Die Hauptrunde ist seit kurzem zu Ende, und die Karten wurden im Vergleich zu den vergangenen Duellen neu gemischt.

Die Pegnitzer waren als einer der Kandidaten für die Aufstiegsrunde in die Saison gegangen. Dementsprechend galten die „Ice Dogs“ auch als Favorit in den bisherigen Duellen mit dem EHC, wurden dieser Rolle allerdings nur in ihrem Heimspiel im November, das der EVP mit 7-3 deutlich gewinnen konnte, gerecht. Im Rückspiel behielten die Bayreuther knapp mit 5-4 die Oberhand und trugen damit dazu bei, dass die Pegnitzer ihre selbst gesteckten Ziele verpassten und man sich nun zusammen in der Abstiegsrunde wiederfindet. 

Noch bitterer für den EVP allerdings ist, dass kurz vor Ende der Hauptrunde zwei Leistungsträger ihren Abschied bekannt gaben. Patrick Dzemla (zum EHF Passau) und Benjamin Frank (zum ERSC Amberg) lösten ihre Verträge auf und verließen Pegnitz. Man sei zwar auf der Suche nach adäquatem Ersatz, aber bislang noch nicht fündig geworden, gab die Vereinsführung anschließend bekannt. Als dann zusätzlich noch einige Spieler verletzungs- und krankheitsbedingt ausfielen, konnten die Pegnitzer auch lediglich mit einem Rumpfkader zum ersten Auswärtsspiel der Abstiegsrunde in Vilshofen am vergangenen Wochenende antreten und verloren dort mit 4-7. 

Da unsere Bayreuther Jungs ihr Auftaktspiel in einer engen Partie gegen den wiedererstarkten ESV Waldkirchen mit 3-2 gewinnen und somit schon die ersten drei Punkte auf der Habenseite verbuchen konnten, haben sich die Voraussetzungen vor diesem Derby ein wenig verändert. Auch kann EHC – Coach Vaclav Drobny, vom verletzten Sergej Hausauer abgesehen, personell aus dem Vollen schöpfen.

Von einer Favoritenrolle will man beim EHC zwar dennoch nichts wissen, doch eine so klare Außenseiterposition wie noch in der Hauptrunde der Fall, nehmen die Bayreuther nicht mehr ein. Auch EHC – Stürmer Christof Hagen gibt im Interview zu bedenken, dass die angeschlagenen Pegnitzer keinesfalls zu unterschätzen sind. 

Frage: Zunächst eine persönliche Frage an Dich: Was hat Dich als langjährigen Pegnitzer dazu bewogen, seinerzeit nach Bayreuth zum EHC in die Bezirksliga zu gehen? 

Christof Hagen: Ich hatte damals in Pegnitz aufgehört, weil ich es einfach geschäftlich bzw. beruflich von der Zeit her nicht mehr geschafft habe, auf Bayernliganiveau zu spielen. Ich war damals von Berufswegen her viel im Ausland unterwegs und habe dann begonnen, in Pegnitz für die dortige 1b zu spielen. Da man in dieser Hobbyliga auch noch nebenbei Bezirksliga spielen darf, und zu diesem Zeitpunkt gerade hier in Bayreuth die Bezirksligamannschaft aufgebaut worden ist, in der viele alte Bekannte mitspielten, ist Marco Zimmer an mich herangetreten und hat gefragt, ob ich nicht ab und zu einspringen könnte. So kam es zustande, dass ich in den beiden Jahren in der Bezirksliga von Zeit zu Zeit ausgeholfen habe. 

Frage: Wie kam es dann, dass Du nach Deiner Funktion als „Aushilfe“ jetzt nochmal voll in der Landesliga angegriffen hast? 

Christof Hagen: Auch wenn ich nicht immer da war, haben mir die letzten zwei Jahre einfach einen Riesenspaß gemacht. Es ist hier eine super Truppe und die Krönung war der Aufstieg letztes Jahr. Es war einfach ein geiles Gefühl mit diesen Jungs und das hat mich dann auch angereizt zu sagen: Ich will es nochmal probieren, will noch einmal Landesliga spielen. Was außerdem dazu kam war ein Jobwechsel im vergangenen Jahr und ich daher nicht mehr so oft im Ausland bin. Das hat natürlich auch etwas mit in die Karten gespielt. Hauptgrund war aber, dass es einfach in den ersten zwei Jahren echt Spaß gemacht hat. War echt eine gute Zeit. 

Frage: Kommen wir nun mal auf das Derby am Freitag zu sprechen. Hat sich durch die personellen Veränderungen der letzten Wochen in Pegnitz etwas an der Favoritenrolle für den EVP geändert? 

Christof Hagen: Würde ich jetzt so nicht sagen. Pegnitz hat immer noch eine sehr starke Truppe, sie haben drei richtig gute Ausländer und sind daher keinesfalls zu unterschätzen. Wir haben es seinerzeit in Pegnitz gesehen, als wir im Hinspiel schlichtweg überhaupt keinen Auftrag hatten und sie uns einfach überrannt haben. Und auch in unserem Heimspiel, als wir zwar sehr gut gespielt und gewonnen haben, war es eine sehr enge Kiste. Ich denke, dass wir trotzdem sehr konzentriert ins Spiel gehen und auch die volle Leistung abrufen müssen, um bestehen zu können. 

Frage: Wie ist es für Dich, jetzt gegen Deinen alten Verein, für den Du jahrelang gespielt hast, und für den auch Dein Bruder aktiv ist, zu spielen? 

Christof Hagen: Es ist durchaus etwas Besonderes. Ich habe in Pegnitz Schlittschuhlaufen gelernt, habe dort mit dem Eishockeyspielen angefangen, war meine komplette Zeit im Nachwuchs, abgesehen von einem Jahr, in dem ich für die Bayreuther Junioren gespielt habe, in Pegnitz. Nach meinem Jahr in Bayreuth bin ich als junger Spieler zurück nach Pegnitz, um dort in der ersten Mannschaft zu spielen, habe mich dann dort mehr oder weniger durchgebissen und durchgekämpft. Daher ist es natürlich etwas ganz besonderes, wenn man gegen seinen alten Verein und seine ursprüngliche Heimatstadt spielt. Und noch dazu gegen seinen eigenen Bruder, das ist schon ein cooles Gefühl. Außerdem ist man auch Top motiviert und geht mit einem geilen Gefühl in so ein Spiel. Man kennt auch noch die meisten Fans, das ist dann auch etwas Spezielles. Früher zumindest kannte man fast jeden dort, wenn man das Stadion betreten hat. Ich freue mich jedenfalls sehr auf dieses Spiel und hoffe, dass wir gewinnen. Wir werden alles dafür tun. 

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Danke Christof, für das Interview und viel Erfolg im Derby! 

Bully ist am Freitag um 20.00 Uhr. 

Als besonderes Schmankerl zu diesem Nachbarschaftsduell stellt der EHC Bayreuth seinen Fans nach dem Spiel einen Bus-Shuttle zur Verfügung, die eine Rückfahrgelegenheit nach Creußen/Pegnitz benötigen. Abfahrt ist am Wendehammer bei der Oberfrankenhalle ca. 10 Minuten nach Spielende und dann nochmal ca. 50 Minuten später. Es wird ein Zwischenhalt in Creußen angeboten.
Kosten: 5 € Erwachsene, 3 € Kinder -14; jeweils 1 € geht in den Nachwuchs.

Der EHC freut sich auf Eure Unterstützung!

 

-sr-

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